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Beata Beatrix, um 1864-1870
Beata Beatrix ist ein 'Denkmal' für Rossettis Frau
Lizzie Siddall, die am 11. Februar 1862 Selbstmord
begangen hatte. Im Bild verschmelzen Lizzie und
Beatrice Portinari,
die - von Dante als Idealbild
weiblicher Vollkommenheit verehrt - ebenfalls jung
starb. Dantes Hommage an die geliebte Beatrice,
die Vita Nuova, hatte Rossetti 1845 ins Englische
übersetzt und 1864 in seinem Sammelband
The Early Italian Poets veröffentlicht. |
Dante Gabriel Rossetti Beata Beatrix, um 1864-1870 Öl auf Leinwand 86,4 x 66 cm Tate Gallery, London |
Eng verbunden mit Dante Alighieris (1265-1321) Liebe zur Poesie ist seine idealistische Liebe zu Beatrice, der Tochter eines angesehenen Bürgers, Folco de Portinari, die er 1274, kaum neun Jahre alt (sie selbst zählte acht), bei einem Maifest zu Florenz gesehen hatte, worüber D. selbst in seinem Erstlingswerk: 'La vita nuova', berichtet. Von dieser ersten Jugendliebe blieb ihm der tiefste Eindruck für das ganze Leben und steigerte sich in ihm zu jener Verklärung und Bedeutung Beatrices, wie er sie in seinem großen Gedicht verewigt hat. Daher setzt es unseren Begriffen gemäß allerdings in Erstaunen, zu erfahren, daß D. ein oder zwei Jahre (1291) nach Beatrices frühem Tod sich mit Donna Gemma aus dem vornehmen Geschlecht der Donati verheiratet habe, und manche sind geneigt, die ganze Mitteilung Dantes über jenen Gegenstand in symbolischem Sinn aufzufassen. Richtiger dürfte es sein, die Sache mit dem damals aus der Provence her noch fortwirkenden ritterlichen Frauen- dienst in Verbindung zu bringen, nach welchem Ehe und Minne nebeneiander bestehen konnten, ohne sich gegenseitig zu beirren.