Edward Burne-Jones (1833-1898)


King Chopetua and the Beggar Maid, 1884

Der Sage nach war Cophetua ein afrikanischer König, der Frauen verachtete und noch nie geliebt hatte. Eines Tages sah er jedoch eine junge, wunderschöne Bettlerin, verliebte sich unsterblich in sie und gelobte sie zur Königin zu seiner machen.
Burne-Jones schöpft für sein Bild aus zwei literarischen Quellen: Richard Johnsons Ballade "A Song of a Beggar and a King" von 1612, das 1842 neu aufgelegt worden war, und Tennysons Gedicht "The Beggar Maid". Stilistisch bezieht er sich auf die Malerei des italienischen Quattrocento, vor allem auf Mantegna und Carlo Crivelli. Von Publikum und Kritik wurde das Bild anläßlich einer Ausstellung in der Grosvenor Gallery 1884 begeistert aufgenommen. 1889 war es, ebenfalls mit großem Erfolg, auf der Pariser Weltaustellung zu sehen. Dort sah es der belgische Maler Fernand Khnopff, der ihm im Magazine of Art eine enthusiastische Besprechung widmete:
"Inmitten der exquisiten Szenerie sitzen regungslos die beiden Figuren, jede gefangen in ihren eigenen Träumereien. (... In) dieser pulsierenden Atmosphäre des Liebestraums und des vergeistigten Feuers (wird der Seele des Betrachters) ein trunken machendes Gift eingeflößt, und sein Geist wird von einem Schwindel gepackt, der ihn immer höher und höher steigen läßt und weit, weit wegführt ... ".

(Begleitheft zur Ausstellung "Der Symbolismus in England 1860-1910")

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Edward Burne-Jones
King Chopetua and the Beggar Maid, 1884
Öl auf Leinwand
293,4 x 135,9 cm
Tate Gallery, London
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