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Helen of Troy, 1863
Die mythische Gestalt der schönen Helena
bot Rossetti die perfekte Folie für eines seiner allegorischen Portäts,
das einmal mehr die Schwäche der Männer angesichts weiblicher
Verführungsmacht und deren katastophale Folgen verbildlicht.
Homers Ilias zufolge führte die ehebrecherische Entführung Helenas
durch Paris zur Belagerung und Zerstörung Trojas. |
Dante Gabriel Rossetti Helen of Troy, 1863 Öl auf Holz 32,8 x 27,7 cm Hamburger Kunsthalle |
Helena, Tochter des Zeus und der Leda, der Gemahlin des Tyndareos von Sparta, Schwester der Dioskuren, Gemahlin des Menelaos, das schönste Weib ihrer Zeit und unfreiwillige Anstifterin des Trojanischen Kriegs. Als zehnjähriges Mädchen ward sie von Theseus entführt und nach Äphidnä ge- bracht, aber von ihren Brüdern, den Dioskuren, befreit. Die berühmtesten griechischen Fürstensöhne bewarben sich nun in Sparta um ihre Gunst; sie gab dem Menelaos den Vorzug und brachte ihm das Königreich Sparta als Brautschatz zu. Sie gebar ihrem Gatten die Hermione, ließ sich dann aber während dessen Abwesenheit von dem trojanischen Prinzen Paris betören und samt einem großen Teil der Schätze des Menelaos nach Troja entführen. Hier erregte ihre Ankunft allgemeine Mißbilligung, gleichwohl konnten die griechischen Gesandten ihre Auslieferung nicht erwirken. Es ward dies die Veranlassung des Trojanischen Krieges. Während desselben weilte sie in Troja als Gemahlin des Paris und vom König Priamos und den Troern trotz des schweren Leides, das sie über die Stadt gebracht hatte, wegen ihrer Schönheit bewundert und geliebt; sie selbst aber bereute ihren Leichtsinn und sehnte sich nach ihrer Heimat und dem früheren Gemahl. Nach Paris' Tod erhielt dessen Bruder Deiphobos ihre Hand. Bei der Einnahme der Stadt war sie den Griechen behilflich und lieferte den Deiphobos in die Hände des Menelaos.