George Frederic Watts (1817-1904)


Love and Death, um 1874-77, vor 1887 überarbeitet

Watts selbst zufolge stellen seine Bilder "Ideen dar, die über jegliche Erfahrung hinausführen" Es sind die großen Mysterien und Fragen der Menscheit jenseits der blosen Erscheinungen, die in seinen Bildern zum Ausdruck kommen sollen. Die Bedeutung von Liebe und Tod, einem Schlüsselwerk in der Reihe seiner 'symbolischen' Bilder, erklärt Watts 1881 anläßlich einer Ausstellung wie folgt:
"Die Liebe steht auf der Schwelle zum Haus des Lebens und versperrt den Eingang, um den Tod am Vorwärtskommen zu hindern. Die breiten Schwingen des Gottes sind schon gegen die Tür gedrückt und gebrochen, und die Rosen, welche die Liebe am Portal gepflanzt hat, verlieren ihre Blätter. Die bleiche Gestalt des Todes drängt mit stetem Schritt ins Haus, und ihr erhobener weißer Arm langt gebieterisch über den Kopf der Liebe hinweg." Das Bild soll "den leidenschaftlichen, aber letzlich vergeblichen Kampf gegen das Unabwendbare" darstellen.
Die Bildidee entstand offenbar um 1869, als Watts das Portrait des jungen, unheibar kranken William Schomberg Kerr, Marquess of Lothian malte. Dessen Frau, Lady Constance Talbot, war mit Watts eng befreundet. Zudem sollen Gleichmut und Standhaftigkeit des Kranken Watts tief beeindruckt haben.

(Begleitheft zur Ausstellung "Der Symbolismus in England 1860-1910")

Love and Death 22kB

George Frederic Watts
Love and Death, um 1874-77,
vor 1887 überarbeitet
Öl auf Leinwand
248,9 x 116,8 cm
The Whitworth Art Gallery,
University of Manchester
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