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Pavonia, 1858/59
Seine Ausbildung absolvierte Leighton in Frankfurt
am Main und Rom, anschließend arbeitete er für
einige Zeit in Paris. 1858 kehrte er nach Rom zurück,
wo er innerhalb weniger Monate vier Porträts des
italienischen Modells Anna Risi (Nanna) malte.
Drei der Gemälde waren 1859 in der Royal Academy
in London ausgestellt; gleichzeitig beschloß
Leighton, nach London zu übersiedeln.
'La Nanna' war berühmt für ihre statueske Schönheit
und ihr melancholisches Temperament.
Leightons Bildfolge kreist um diese Aspekte ihrer
Persönlichkeit; luxuriöse Accesoires, wie hier
ein Fächer aus Pfauenfedern, steigern die Wirkung.
Das Individuum Anna Risi wird mit der Bildserie
gleichsam abstrahiert und zur Ikone übersteigert.
Leighton nimmt damit die idealisierten
Frauenportraits von Rossetti und Burne-Jones
ebenso vorweg wie Anselm Feuerbachs Bildnisse
des gleichen Modells. Leightons Bildfolge ignoriert
die künstlerischen Konventionen der Zeit, indem
eine geradezu hypnotische sinnliche Wirkung
erziehlt wird. Der Kritiker F.G. Stephens schrieb:
"... etwas Gefühlvolleres, Beherschenderes, eine so
kalte Schönheit haben wir lange nicht gesehen. "
(Begleitheft zur Ausstellung "Der Symbolismus in England 1860-1910")
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Frederic, Lord Leighton
Pavonia, 1858/59
Öl auf Leinwand
53 x 41,5 cm
Privatsammlung
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