Frederic, Lord Leighton (1830-1896)


Pavonia, 1858/59

Seine Ausbildung absolvierte Leighton in Frankfurt am Main und Rom, anschließend arbeitete er für einige Zeit in Paris. 1858 kehrte er nach Rom zurück, wo er innerhalb weniger Monate vier Porträts des italienischen Modells Anna Risi (Nanna) malte. Drei der Gemälde waren 1859 in der Royal Academy in London ausgestellt; gleichzeitig beschloß Leighton, nach London zu übersiedeln. 'La Nanna' war berühmt für ihre statueske Schönheit und ihr melancholisches Temperament.
Leightons Bildfolge kreist um diese Aspekte ihrer Persönlichkeit; luxuriöse Accesoires, wie hier ein Fächer aus Pfauenfedern, steigern die Wirkung. Das Individuum Anna Risi wird mit der Bildserie gleichsam abstrahiert und zur Ikone übersteigert. Leighton nimmt damit die idealisierten Frauenportraits von Rossetti und Burne-Jones ebenso vorweg wie Anselm Feuerbachs Bildnisse des gleichen Modells. Leightons Bildfolge ignoriert die künstlerischen Konventionen der Zeit, indem eine geradezu hypnotische sinnliche Wirkung erziehlt wird. Der Kritiker F.G. Stephens schrieb: "... etwas Gefühlvolleres, Beherschenderes, eine so kalte Schönheit haben wir lange nicht gesehen. "

(Begleitheft zur Ausstellung "Der Symbolismus in England 1860-1910")

Pavonia 18kB

Frederic, Lord Leighton
Pavonia, 1858/59
Öl auf Leinwand
53 x 41,5 cm
Privatsammlung
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