Edward Burne-Jones (1833-1898)


The Golden Stairs, 1872-80

Burne-Jones' Interesse an dekorativen, nicht-erzählerischen Bildern, in denen die schöne, harmonische Form absolut gesetzt wird, kulminiert in The Golden Stairs.
Die Komposition verbindet bruchlos Statik und Dynamik; Die Figuren scheinen einem musikalischen Rytmus unterworfen. Das in sich immer leicht variirte Kontinuum der Schreitenden besitzt eine bezwingende, fast hypnothische Wirkung. Die Gestalten bilden gleichsam ein in Bewegung geratenes Muster; kleine Brüche innerhalb des formalen Systems fesseln die Aufmerksamkeit des Betrachters. Seine Liebe zur Linie sah Burne-Jones als Protest gegen den vom Kontinent herüber- schwappenden 'undisziplinierten' Impressionismus. Obwohl als Festhalten an der malerischen Tradition gedacht, nahmen seine im dekorativen Liniengeflecht gegen unendlich tendierenden, 'gegenstandslosen' Variationen die Bestrebungen der jungen, am Beginn der malerischen Moderne stehenden Künstler- generation voraus. Gauguin und Picasso bewunderten seine Bilder; und Duchamps kubistisches Schlüssel- werk Ein Akt, die Treppe herabschreitend (1912) wurde von Burne-Jones' Mädchenreigen beeinflußt.

(Begleitheft zur Ausstellung "Der Symbolismus in England 1860-1910")

The Golden Stairs 25kB

Edward Burne-Jones
The Golden Stairs, 1872-80
Öl auf Leinwand
269,2 x 116,8 cm
Tate Gallery, London
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