George Frederic Watts (1817-1904)


The Happy Warrior, um 1884

The Happy Warrior ist das letzte und am stärksten phantastisch entrückte Bild einer ganzen Serie. Watts liebte es, Ritter in ihren mittelalterlichen Rüstungen zu malen, begann damit schon als junger Maler und identifizierte sich geradezu mit dem Sujet. Anfang der 1880er Jahre gibt Watts dem Ritter The Happy Warrior nicht mehr sein eigenes Aussehen, doch der dargestellte Augenblick des Todes und das Traumgesicht der schönen Frau lassen ihn noch einmal das Wesentliche dieses übermächtigen Idealbildes zusammenfassen.
Das Gesicht der Frau, das aus einem Wirbel von Dunst und Farben auftaucht, erinnert an eine der 'Erscheinungen' wie sie in der parapsychologischen Literatur beschrieben werden, mit der Watts vertraut war. Die Phantasiewelt dieses häufig ausgestellten Gemäldes wurde zum Vorbild für eine Kunst, die sich auf ein neues, nicht naturalistisches Terrain vorwagte. Das Sujet kann in dieser Hinsicht auch als eine Variante von Rossettis Beata Beatrix verstanden werden.

Das Gemälde fand in Deutschland sein eigentliches Publikum, vermutlich weil das Sujet dem deutschen Sinn für Mystik und Magie entsprach. Seit 1893, als es von Watts zu einer Ausstellung nach München geschickt wurde, wurde es (soweit bekannt) nicht mehr in England gezeigt.

(Begleitheft zur Ausstellung "Der Symbolismus in England 1860-1910")

The Happy Warrior 18kB

George Frederic Watts
The Happy Warrior, um 1884
Öl auf Leinwand
76 x 64 cm
Bayerische Staatsgemäldesammlungen,
München, Neue Pinakothek
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